Brillantschliff – Mathematik für mehr Funkeln
Nicht jeder Diamant ist ein Brillant. „Diamant“ bezeichnet das Material, „Brillant“ dagegen einen bestimmten Schliff.
Der moderne runde Brillantschliff besitzt normalerweise 57 Facetten – beziehungsweise 58, wenn die kleine Fläche an der unteren Spitze, die Kalette, mitgezählt wird. Diese Flächen sind so angeordnet, dass einfallendes Licht möglichst wirkungsvoll reflektiert und wieder aus dem Stein herausgeführt wird.
Dahinter steckt eine jahrhundertelange Entwicklung. Diamanten wurden zunächst wesentlich einfacher bearbeitet. Mit besseren Werkzeugen und wachsendem Wissen über die Lichtwirkung entstanden immer kompliziertere Facettenschliffe. Bereits im 18. Jahrhundert gab es runde Vorformen des heutigen Brillantschliffs. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Proportionen und Facettenanordnung weiterentwickelt.
Der moderne Brillant ist deshalb nicht einfach das Ergebnis eines besonders geschickten Schleifers. Seine Wirkung beruht auf Geometrie, Lichtbrechung und präzisen Winkelverhältnissen.
Der Schliff beeinflusst, wie hell ein Diamant erscheint, wie stark farbige Lichtreflexe sichtbar werden und wie intensiv er beim Bewegen funkelt.
Ein Brillant ist damit ein schönes Beispiel dafür, wie sich Handwerk, Naturwissenschaft und Ästhetik in einem einzigen Schmuckstein verbinden.

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