Emaille – wenn Glas auf Metall trifft
Emaille bringt Farbe in die Goldschmiedekunst. Dabei wird fein gemahlenes glasartiges Material auf eine Metalloberfläche aufgebracht und bei hoher Temperatur gebrannt. Durch die Hitze verschmilzt das Material und bildet nach dem Abkühlen eine harte, häufig intensiv leuchtende Oberfläche.
Die Technik blickt auf eine lange Geschichte zurück. Besonders bedeutend wurde Emaille im europäischen Mittelalter. Gold- und Metallschmiede nutzten sie beispielsweise für Kreuze, Reliquiare, kirchliche Gegenstände und Schmuck. Zentren wie Limoges in Frankreich wurden für aufwendige Emaillearbeiten berühmt.
Im Laufe der Jahrhunderte entstanden unterschiedliche Verfahren. Beim Grubenemail werden beispielsweise Vertiefungen im Metall mit Emaille gefüllt. Andere Techniken erzeugen transparente, fast fensterartige Farbflächen oder kombinieren Emaille mit feinen gravierten Mustern.
Um 1900 erlebte die Technik durch Jugendstil, Arts-and-Crafts-Bewegung und Künstler wie René Lalique erneut große Aufmerksamkeit.
Emaille zeigt damit eine besondere Seite des Goldschmiedehandwerks: Schmuck entsteht hier nicht nur durch Edelmetall und Edelsteine, sondern durch das Zusammenspiel von Metall, Glas, Farbe und Feuer.

Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!